LABROS
(† 29. September 2025)

Kategorie in Deutschland
Geschlecht männlich
Rasse EHK
Fell Kurzhaar
Farbe grau
Muster getigert
Geburtsdatum 03/2025
Impfung Katzenschnupfen, -seuche, Tollwut
Kastriert ja
Besondere Bedürfnisse nein
gemachte Tests FeLV negativ
FIV negativ
Würmer u.a. Parasiten negativ
Hinzugefügt am 30. September 2025
Verändert am 16. Oktober 2025
 

Labros ging am 29. September 2025 trotz seiner gesundheitlichen Probleme ziemlich unerwartet von uns.

Seine Geschichte könnt Ihr nachfolgend lesen, doch lassen wir zunächst seine Pflegestelle seiner gedenken…

„Lieber Labros! Mein kleiner Babis, Babakos, Babinos…

Am 15. August 2025 kamst Du zu uns auf Pflege, völlig ungeplant, aber vom ersten Tag an ein kleiner Herzensbrecher.

In Athen hättest Du nicht mehr lange überlebt, und hier in Berlin fanden wir einen Spezialisten für Dein gesundheitliches Problem. Ein Spezialist, der im Vorgespräch nichts beschönigte, aber auch nicht ohne Hoffnung war. Der sachlich erklärte und das Für und Wider offen darlegte. Wir wogen die geringen Chancen ab, Du zeigtest unbändigen Lebenswillen, obwohl Du in den Wochen davor unsagbar gelitten haben musstest – und Du hattest Dein ganzes Leben noch vor Dir! Also wagten wir es, und die Operation selbst gelang!

Als ich Dich einige Tage danach aus der Praxis abholen konnte, warst Du wie ausgewechselt. Die Schmerzen und Einschränkungen der vielen Wochen davor waren vergessen und Du holtest alles nach, was Du vorher nicht ausleben konntest!

 

Ich verbrachte viele Stunden bei Dir in unserem Wintergarten, der nun zu Deinem Quartier geworden war – bevor ich zur Arbeit fuhr und nach Feierabend, und die Home Office-Tage gehörten komplett Dir.

Wir hatten sogar tägliche Rituale!

Da Du immer ungeduldig warst, wenn es ans Essen ging, musste ich Dich in das Gehege sperren, um ungestört das Futter auf die Teller verteilen und servieren zu können. Nach wenigen Tagen schon ranntest Du nach einer aufmunternden Begrüßung freiwillig in das Gehege, kaum dass ich mit Tellern und Futterdosen erschien. Ich musste nur noch die Tür schließen…

 

Nach Feierabend legte ich mich in einen Liegestuhl und deckte mich mit einem großen Handtuch zu (ja, Du warst immer etwas unsauber, als Du noch den Kragen tragen musstest und Dich deshalb nicht so ausgiebig putzen konntest – aber danach war Putzen Deine größte Leidenschaft und das Handtuch nur noch Gewohnheit).

Ich musste dann nur „Kuscheln?“ fragen und schon kamst Du angesprintet, warfst Deine zweikommanochwas Kilogramm mit einem kühnen Sprung auf meinen Bauch und den Schnurrmotor an. Was so ein kleiner Kater für eine Lautstärke haben kann! Meist dösten wir beide irgendwann weg…

 

Was hatten wir für einen Spaß miteinander! Wie oft ranntest Du über den Tisch direkt an mir vorbei und schlugst mich mit Deiner Pfote ab (ohne Krallen!), so als würdest Du mich mit einem „Du bist!“ zum Fangen spielen auffordern.

Als Du den lästigen Kragen doch noch eine Woche länger tragen solltest, besorgte ich Dir etwas Weicheres, um Dir wenigstens diesen hinderlichen Trichter zu ersparen. Bei der Anprobe konnte ich mir einen kleinen Scherz nicht verkneifen; Du warst sowieso für jeden Blödsinn zu haben!

 

Du konntest auch gar nicht anders sein, denn Du brachtest Dein südländisches Temperament und Deine unbändige Lebensfreude mit nach Deutschland! Dass Du hier von einem Dr. Papadopoulos behandelt wurdest, passt einfach dazu – einmal Grieche, immer Grieche!

Alles schien gut zu werden. Bis es Dir am Abend des 27. September und am Sonntagmorgen darauf plötzlich schlecht ging. Du musstest Dich sehr anstrengen, um Deine Blase wenigstens etwas zu leeren, und Du schienst dabei Schmerzen zu haben. Ich konnte Dich zwar unterstützen, indem ich Dir am Bauch Halt gab und versuchte, Dir die Blase auszumassieren. Im Laufe des Sonntags ging es Dir offensichtlich wieder besser, aber dennoch standen wir am Montag bei Öffnung der Praxis vor der Tür. Wir besprachen, dass Labros gründlich untersucht wird und ich ihn dann zum Feierabend wieder abhole – wie bei den vorigen Kontrollterminen auch. Doch knapp eine halbe Stunde später schon erhielt ich einen Anruf, der alles änderte:

Labros konnte zwar urinieren, aber hatte seine Blase wohl schon länger nie komplett leeren können. Im kritischen Bereich des verengten Harnröhrenausgangs war alles unrettbar entzündet. Eine erneute Operation hätte keine dauerhafte Verbesserung gebracht, und es gab auch nichts mehr an operablem Gewebe für einen letzten verzweifelten Versuch, der wohl auch nur einige Tage Aufschub gebracht hätte. Die Schäden an der Harnröhre durch seinen vermutlichen Unfall, der unter anderem seinen Beckenbruch zur Folge hatte, waren einfach zu groß. Die eine Operation im August war letztlich das maximal Mögliche. Ich konnte den Arzt nur noch bitten, Labros für die knappe halbe Stunde in der Narkose zu halten, die ich für die Fahrt in die Praxis brauchte, um ihn auf seinem letzten Schritt nicht allein zu lassen.

Labros, gerade einmal sechseinhalb Wochen verbrachtest Du bei uns, und davon warst Du auch noch eine Woche in der Tierarztpraxis untergebracht, aber es fühlt sich an, als wäre es viel länger gewesen. Und Du hättest doch auch ein langes Leben verdient gehabt! Wer rennt nun ungestüm über meine Tastatur? Wer legt sich nun gemütlich daneben und verschläft den Bürotag oder tatzelt nach meiner Hand, wenn sie die Maus bedient? Wer patscht nun gegen den Bildschirm, wenn sich dort etwas bewegt?

 

Ein kleiner Trost bleibt: Du hattest bei uns vermutlich die schönste Zeit Deines so kurzen Daseins.

Dr. Papadopoulos und seinem Team bin ich sehr, sehr dankbar dafür, wie sie sich um Labros kümmerten und Chancen wahrnahmen, aber auch Grenzen deutlich benannten. Sie hatten stets ein offenes Ohr für meine Fragen und freuten sich mit mir über die Fortschritte – Labros, der kleine Charmeur, hatte auch in der Praxis seine Fangemeinde, wie sich der Tierarzt mir gegenüber ausdrückte.

Von Herzen dankbar bin ich ebenso allen, die unserem Verein mit Spenden halfen, dass wir Labros diese Chance überhaupt geben konnten! Doch manchmal ist das Schicksal unsagbar ungerecht, und auch die beste ärztliche Kunst vermag nicht dagegen anzukommen. Aber es zeigt uns, dass es „da draußen“ viele Menschen gibt, die an unserer Seite stehen und unsere Tierschutzarbeit unterstützen. Ziehen wir daraus die Kraft, uns auch in Zukunft für unsere Schützlinge einzusetzen!

Kleiner Labros, in verschiedenen Internetforen wurde spekuliert, ob wir Dich adoptieren würden und Du für immer in unserer Familie bleiben könntest. Nun ist es so gekommen, wenn auch anders, als es gemeint war. Du hast jetzt Deinen Platz neben den Androskatern Billy, Dimitri und Rossato gefunden. Und in unseren Herzen sowieso!

Leb wohl, Du kleiner Wirbelwind!

 

16.06.2025

Unsere griechische Tierschutzfreundin A. fand an der Grundschule ihrer Tochter in einem zum Glück trockenen Abwasserkanal ein einsames Kitten und nahm es mit nach Hause, denn es sah auf den ersten Blick gesund und munter aus. Ihr Tochter nannte den Kleinen „Labros“ (Λάμπρος bedeutet „glänzend“).

 

Doch dann zeigte sich, dass Bauch und Genitalien geschwollen waren. Beim Tierarzt wurde der kleine Kater mit Medikamenten versorgt und geröntgt. Es stellte sich heraus, dass das linke Hinterbein sowie das Becken gebrochen waren. Zusätzlich ist Labros momentan nicht in der Lage, zu urinieren. Aufgrund einer verengten Harnröhre konnte kein Katheter gelegt werden. Labros befindet sich deshalb seit Anfang Juni in der Athener Tierklinik, an die wir uns bei schwierigen Fällen wenden. Dort wurde eine Urethrostomie durchgeführt, d.h. eine künstliche Harnröhrenöffnung angelegt.

 

Labros wird noch mindestens einen Monat in der Klinik bleiben müssen, da dies ein schwerwiegender Eingriff ist, der auch später noch zu Komplikationen führen kann. Im Moment hat er auch noch keine ausreichende Kontrolle über seinen Urin. Doch die Tierärztin geht davon aus, dass sich das bald bessern wird, da der Schließmuskel wieder zu funktionieren beginnt.

Immerhin zeigen aktuelle Röntgenbilder, dass seine beiden Brüche inzwischen schon so verheilt sind, dass diesbezüglich keine Operationen als notwendig angesehen werden.

Die Kosten für die bereits durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen sowie die künftige stationäre Unterbringung und Versorgung werden bei rund 1.700 Euro liegen. Zwei erste Rechnungen in Höhe von insgesamt 530 € liegen uns bereits vor.

 
26.06.2025

Labros geht es inzwischen sehr gut. Seine Operation blieb bisher ohne Komplikationen. Er bekam zwar ein Ekzem am Bauch, aber er wird täglich mit einer speziellen Seife gebadet und dreimal täglich mit einer Salbe behandelt, so dass diese Hautirritation bereits viel besser wurde.

 

Labros wird zwar seinen künstlichen Harnausgang immer behalten, aber darüber kann er schon wieder fast normal urinieren, da er die Kontrolle über seine Blase zurückgewinnen konnte. Wenn nichts mehr dazwischenkommt, bleibt er nur noch bis ungefähr Mitte Juli in der Klinik. Drücken wir dem Kleinen die Daumen!

 
22.08.2025

Seit den letzten Informationen vom 26. Juni 2025 hat sich sehr viel ereignet, jedoch nicht wie erwartet.

Labros konnte nicht wie geplant Mitte Juli die Klinik verlassen. Die Tierärztin war beunruhigt wegen der Hautreizung, die sofort wieder auftrat, wenn er nicht täglich gewaschen und gepflegt wird. Zwar benutzt Labros die Toilette und kann seine Blase kontrolliert entleeren, doch es läuft ständig tröpfchenweise Urin aus dem künstlichen Harnröhrenausgang.

 

Für uns war klar: Wir mussten schnell handeln. Wir stellten mit den Befunden und Röntgenbildern aus Athen Konsilanfragen an deutsche Spezialisten für Urologie und Weichteilchirurgie. Nur drei Antworten kamen zurück. Ein Tierarzt riet telefonisch und kurz angebunden zur Einschläferung. Die beiden anderen sahen eine Operation als letzte Möglichkeit, doch die Erfolgsaussichten klangen alles andere als ermutigend. Trotzdem – ein kleiner Hoffnungsschimmer blieb. Und dieser reichte uns.

Wir setzten alles daran, Labros nach Deutschland zu holen. Glücklicherweise fanden wir Flugpaten und konnten einen Platz auf einem Flug am 14. August nach Hannover sichern. Unsere Athener Freundin A. wollte ihn am Reisetag abholen, zum Flughafen bringen und den Check-in übernehmen. Parallel dazu sicherten wir bei einem der beiden Spezialisten, die uns eine Operation als möglich schilderten, Termine für Voruntersuchung und Operation – direkt für die Folgewoche. Dieser Tierarzt hat seine Praxis in Berlin.

Noch fehlte nur ein Pflegestellenplatz für ein möglicherweise inkontinentes Katerchen in Berlin oder Umgebung. Doch auch das fügte sich nach nervenzehrender Suche. Alles war vorbereitet. Unser „Transpurrter“ Jörg hatte bereits den Ankunftstermin in Hannover notiert: 15. August, 1:45 Uhr. Alles lief nach Plan.

Doch dann schlug das Schicksal zu.

Am Montag, nur drei Tage vor dem Abflug, erfuhren wir: Unsere Freundin A. konnte aus dringenden persönlichen Gründen nicht in Athen sein. In fieberhafter Eile begannen wir, Ersatz zu suchen. Stunden voller Telefonate, WhatsApp- und Viber-Nachrichten folgten. Erst am Dienstagabend dann die rettende Zusage: Eine Tierschützerin in Athen, die wir von früheren kleineren Aktionen kennen, sprang ein. Uns fiel ein Stein vom Herzen!

Am Mittwochmorgen endlich waren in der WhatsApp-Gruppe mit beiden Vereinsvorständen, den Flugpaten und der Athener Tierschützerin alle notwendigen Informationen ausgetauscht. Doch da traf die nächste Hiobsbotschaft ein – die Pflegestelle sagte ab. Alles stand wieder auf der Kippe, nur einen Tag vor dem Abflug!

Der entscheidende Ratschlag voller Hilfsbereitschaft kam von unerwarteter Seite. Jörgs Frau, die die Planungen vorher natürlich kannte und von der kurzfristigen Absage ebenso schockiert war, meinte nur: „Der Kleine kann doch nicht in Athen bleiben! Warum teilst Du im Wintergarten nicht eine Ecke ab, wo er erstmal unterkommen kann?“

Kurzerhand baute Jörg dort ein provisorisches Quarantäneabteil – ein Wettlauf gegen die Zeit. Donnerstagabend, die letzte Schraube saß, die A2 war frei, und Jörg fuhr mit Herzklopfen nach Hannover. Zum Glück hatte er sowieso Urlaub…

Labros wurde von unserer Helferin in Athen pünktlich zum Flughafen gebracht, …

 

… der Flug verlief problemlos und landete mit einem kleinen Labros in einer großen Box, …

 

… die Rückfahrt auf der nächtlich-leeren A2 wurde in Rekordzeit abgespult, und Labros konnte sein Quartier beziehen, in dem bereits ein kleiner Willkommensimbiss auf ihn wartete.

 

Doch die Erleichterung währte nicht lange.

Am Freitag zeigte sich: Die Hautreizung war schlimmer als befürchtet. Fotos gingen an die Berliner Praxis, und sofort kam der dringende Rat: „Bringen Sie ihn gleich vorbei.“ Zwei Tierärztinnen untersuchten ihn, doch eine endgültige Einschätzung war nur unter Narkose möglich. Gleich am Montag und durch den Chef selbst (der uns damals auch auf unsere Anfrage antwortete).

Das Wochenende verging mit bangen Gedanken und einem Labros, der sich von alledem in seiner kindlichen Lebensfreude nicht stören ließ. Er fraß mit gutem Appetit, genoss die Aufmerksamkeit und ließ sich zu kleinen Spielen hinreißen. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie schnell so ein kleines Fellnäschen einem ins Herz kriecht? Gerade das machte die Warterei zur Qual.

 

Montagmorgen. Die Stunden bis zum Anruf des Arztes zogen sich endlos. Dann die niederschmetternde Auskunft: Labros´ künstlicher Harnröhrenausgang kann dort, wo er jetzt ist, nicht bleiben, da die bereits großflächig und tief gereizte Bauchdecke sonst nicht mehr heilt und dauerhaft schmerzen würde. Nur eine große Operation bot noch eine Chance – mit minimalen Erfolgsaussichten. Unsere beiden Vereinsvorstände berieten und wogen ab – und entschieden: Labros soll diese letzte Chance bekommen!

Am 21. August dann die Operation. Zweieinhalb Stunden voller Anspannung, jeden Moment auf das Klingeln des Telefons gefasst. Mit jeder Minute die verstrich, ein wenig mehr Hoffnung. Dann endlich der erleichternde Anruf: Der Eingriff war geglückt!

Der Tierarzt hatte die Harnröhre wieder nach hinten durch den Beckenbereich verlegt und unter dem After herausgeführt, der Penis musste amputiert werden. Die gereizte Bauchdecke kann nun endlich heilen. Die Harnröhre selbst ist durch die bisherigen Maßnahmen vernarbt, die Öffnung sehr klein. Wenn sich das in den kommenden Wochen bis 3 Monaten nicht verschlechtert, dann hat er es geschafft. Er bleibt jetzt erst einmal bis Anfang nächster Woche in der Praxis, um im Notfall gleich eingreifen zu können. Jörg wird vom Arzt täglich informiert, wie es Labros geht.

Ihr könnt Euch die Erleichterung in der Vereinsgruppe vorstellen, die natürlich auf dem Laufenden gehalten wurde und voller Hoffen und auch Bangen auf eine Information wartete!

Der Anruf am Tag nach der Operation war ebenso erfreulich wie am Vortag. Der Tierarzt ist soweit zufrieden. Labros hat die OP sehr gut überstanden und fühlt sich den Umständen entsprechend recht wohl. Der Katheter ist noch drin, wird aber heute entfernt.

 
22.08.2025

Nach den wirklich nervernaufreibenden fast zwei Wochen zwischen den Verwicklungen bei Labros´ Ausreiseorganisation bis zur Operation hier bei unseren Spezialisten konnten wir, wie schon berichtet, aufatmen und Hoffnung schöpfen: Der Kleine hat seine Chance wirklich genutzt!

Auch die beiden bis heute folgenden Anrufe aus der Tierarztpraxis brachten ermutigende Nachrichten. Labros geht es weiterhin richtig gut. „Gefühlt hat er sein Gewicht verdoppelt“, war die launige Bemerkung der Tierärztin beim heutigen Anruf. Das Gespräch mussten wir dann auch bald beenden – Labros ließ im Hintergrund nämlich unmissverständlich hören, dass er bitte wieder im Mittelpunkt stehen möchte.

 

Er kann problemlos urinieren, und es tröpfelt nichts nach. Der Katheter geht bis zur Blase gut durch. Der Bauch heilt so schnell, dass der Tierarzt beim vorletzten Anruf meinte: „Man kann ihm beim Heilen zugucken.“ Auch die wieder nach hinten verlegte Harnröhre erfüllt zuverlässig ihren Dienst.

Lediglich das letzte verbliebene Stück, das in Athen nicht mit nach vorn geholt wurde, macht noch etwas Arbeit: Es ist schlecht durchblutet und hat sich deshalb entzündet. Darum bleibt Labros noch bis Donnerstag oder Freitag in der Praxis, wo man ihn sorgfältig säubern und behandeln kann. Entweder ist das nur oberflächlich und neues Gewebe bildet sich, oder der Tierarzt hilft noch einmal gezielt nach. Erfolgschancen mindert das jedoch keineswegs – dieser Teil dient sozusagen als „Ablaufrinne“ und optimiert das Ganze.

Das Wichtigste ist: Die entscheidenden Stellen heilen hervorragend, und alles deutet darauf hin, dass Labros auf einem richtig guten Weg ist. Am Wochenende kann er vielleicht schon die Praxis verlassen und muss dann nur noch einmal zur Nachkontrolle und zum Fädenziehen dort vorbeischauen.

30.08.2025

Labros geht es großartig! Er kann wieder ganz normal urinieren und ist nicht inkontinent – eine unserer größten Sorgen ist also zum Glück unbegründet. Auch sein Bauch verheilt sehr schön, nur eine kleine Stelle braucht noch ein bis zwei Wochen, bis sie komplett geschlossen ist. Daher bleibt ihm der Kragen leider noch nicht erspart. Wichtig ist jetzt vor allem, dass die Harnröhre dauerhaft offenbleibt.

 

Die Operationsnarbe am bisherigen künstlichen Harnröhrenausgang sieht perfekt aus. Die Fäden konnten übrigens bereits jetzt schon gezogen werden. An der neuen Öffnung unterhalb des Afters muss lediglich ein wenig Gewebe, das nicht mehr durchblutet wird, noch ein- bis zweimal nachbehandelt werden.

Für diese Nachsorge muss Labros nicht in der Praxis bleiben – er kommt nächste Woche nur zweimal in der Praxis vorbei. Daher durfte Labros bereits gestern die Tierarztpraxis verlassen! Sagt selbst – steht ihm seine luftige Sommerfrisur nicht ausgezeichnet?

 

Schon vor der Operation war er ein fröhlicher kleiner Kater, er fraß gut, lief interessiert herum und war verschmust. Aber das, was wir heute erleben, ist einfach eine andere Welt! Er ist so quicklebendig, verspielt und ausgelassen, jagt seiner Angel hinterher und sprüht vor Energie! Es wirkt fast, als hätten wir einen ganz anderen Kater zurückbekommen – für uns ist das ein Zeichen, wie sehr er vorher unter seinen Problemen gelitten haben muss und wie sehr er jetzt aufblüht. Dank der großartigen Arbeit des Ärzteteams kann er dieses dunkle Kapitel endlich hinter sich lassen!

Jetzt ist er einfach ein unbeschwerter Jungkater, der seine ersten fünf Monate – also sein bisheriges ganzes Leben – voller Neugier und Lebensfreude nachholt.

 
 

Und auch wenn er beim Spielen mit Zähnen und Krallen hinter der Angel her ist: Sobald er uns Menschen „erbeutet“, deutet er das nur an, ohne zuzupacken – mit eingezogenen Krallen und den weichsten Samtpfötchen, die man sich vorstellen kann.

Noch ein weiterer Grund zur Freude, den wir noch gar nicht erwähnten: Schon in der Athener Tierklinik wurde Labros sowohl auf FIV als auch auf FeLV getestet – und zwar nicht nur mit Schnelltests, sondern auch im Labor (FeLV wie bei uns üblich im Elisa- und PCR-Test). Alle Ergebnisse waren negativ!

 
03.09.2025

Am 1. September 2025 fand wie vorgesehen der erste Nachsorgetermin statt. Da dieser zu großer Zufriedenheit des Tierarztes ausfiel, muss Labros nicht noch in derselben Woche zum zweiten Termin in der Praxis erscheinen, sondern erst am Montag darauf.

Hier sieht man sehr schön, wie gut und vor allem schnell die Wunden am Bauch verheilen – die vor drei Tagen noch offenen Stellen sind bereits verschorft, und bald wird auch davon nichts mehr zu sehen sein:

 

Da Labros weiterhin vor Energie und Lebenslust zu sprühen scheint, verbringt das Pflegepersonal seine Home Office-Tage im Wintergarten und lässt den Kleinen aus seinem Gehege heraus, damit er sich nun endlich mal die Beine vertreten darf. Dazu wird einfach eine Bierbank an das Gehege angestellt und ein altes Schalungsbrett als Rampe aufgelegt – fertig ist der Catwalk!

 

Die ersten Stunden konnte Labros seine kleine neue Freiheit gar nicht so richtig fassen und rannte aufgeregt von einer Seite zur anderen und von einer Ecke in die nächste. Jeder Winkel wurde erkundet, jede Spinnwebe unter der Heizung fand sich in seinen Schnurrhaaren wieder, und ein paar Fliegen mussten sich panisch in Sicherheit bringen!

Doch irgendwann musste auch der große Akku des kleinen Labros´ wieder aufgeladen werden. Und wo geht das am besten? Natürlich auf dem Pflegepersonal:

 

Labros kann sich gar nicht entscheiden, was er zuerst machen soll! Kuscheln? Treteln? Kämpfen? Oder doch lieber vor Aufregung schnurren?

 

Aber auch die wenigen Ruhepausen weiß Labros zu genießen – ob als Grieche in der warmen Sonne oder überhaupt als Katze auf einer weichen Tasche.

 

Wir haben nun auch die Rechnung der Tierarztpraxis erhalten. Sie blieb trotz des Aufwands, der bei der Operation und in der Versorgung erforderlich war, mit insgesamt 3.841,52 Euro im prognostizierten Rahmen.

09.09.2025

Gestern fand Labros´ zweiter Nachsorgetermin statt. Um es gleich vorweg zu nehmen – das Ergebnis war leider nicht so schön wie erhofft, kam aber ehrlicherweise auch nicht unerwartet.

Die positive Nachricht zuerst – sein Bauch ist komplett verheilt; von der riesigen Wunde und der ehemaligen Öffnung des künstlichen Harnröhrenausgangs ist nichts mehr zu sehen!

 

Labros benutzt auch weiterhin die Toilette und ist nicht inkontinent. Die weniger gute Nachricht ist, dass nun doch eine Komplikation eintrat, die von vornherein als sehr wahrscheinlich benannt wurde.

Bei seiner Operation wurde, wie schon beschrieben, die Harnröhre wieder nach hinten verlegt und hinter dem Becken mit noch vorhandenem Harnröhrengewebe verbunden, das den jetzigen Ausgang bildet. Die Komplikation besteht darin, dass die Operationsnarbe granuliert, also Gewebe bildet, dass die Harnröhre verengt – und genau das ist nun eingetreten.

Labros kann zwar urinieren, aber der Arzt wird an dieser Stelle noch einmal tätig werden müssen. Doch das macht erst Sinn, wenn Labros einigermaßen ausgewachsen ist, also ungefähr im November/Dezember.

Wir müssen nun hoffen, dass sich die Verengung bis dahin nicht schließt, denn dann müsste Labros notfallmäßig doch früher operiert werden.

Der Tierarzt, der mit seinem Team bis hierher wirklich Großartiges leistete, war auch in all der Zeit in seiner Kommunikation offen und beschönigte nichts oder weckte etwa falsche Erwartungen. Doch trotz dieser Komplikation sieht er Labros´ Fall bis jetzt nicht als hoffnungslos an. Uns bleibt nun nur, mit dieser Auskunft optimistisch nach vorn zu blicken und in zehn Tagen den nächsten Kontrolltermin wahrzunehmen.

Labros selbst ist weiterhin der fröhliche und lebenslustige Kater, der er nach seiner Operation wurde. Er darf so oft wie möglich den ganzen Wintergarten nutzen, was ihm sichtlich gut tut, denn er muss nicht mehr ständig wie angestochen durch den Raum flitzen, sondern findet inzwischen auch immer mehr Momente der Ruhe und Entspannung. Seinen Kragen muss er aber noch bis zum nächsten Termin ertragen…

 

Da sich sein Aufenthalt nun doch länger hinziehen wird, hat das Pflegepersonal aufgerüstet und verbringt seine zwei, drei wöchentlichen Home Office-Tage zusammen mit dem Kleinen, was dieser mit engem Kontakt zu würdigen weiß:

 
19.09.2025

Beim letzten Tierarztbesuch am 8. September wurde eine erneute Kontrolle vereinbart, die gestern stattfand.

Das Problem der sehr verengten Harnröhre besteht weiterhin, aber über den Tag gesehen kann er seine Blase entleeren. Die Blase ist klein, was darauf hindeutet, dass er genügend uriniert. Der Kragen darf nun probeweise abgenommen werden. Es muss aber darauf geachtet werden, dass Labros sich an seinem Harnröhrenausgang nicht zu intensiv putzt.

Ob bald eine Toilette mit Streu statt der Papiereinlagen genutzt werden kann, hängt auch davon ab, wie feucht Labros nach dem Urinieren an dieser Stelle ist. Es soll ja möglichst keine Streu kleben bleiben. Eventuell unterstützt er das selbst durch das Putzen.

Nach Meinung des Tierarztes hat sich die Situation nicht weiter verschlechtert. Wir versuchen jetzt, Schritt für Schritt Normalität aufzubauen, also Labros seinen Kragen möglichst selten tragen zu lassen und irgendwann auch Streu in der Toilette auszuprobieren. Wenn kein Notfall eintritt, soll Labros erst in ungefähr zwei 2 Monaten noch einmal vorstellig werden.

Labros hat in den vergangenen drei Wochen mit viel Appetit an Gewicht zugelegt. Er wiegt nun 2,7 kg.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass Labros selbst am meisten froh darüber ist, den Kragen endlich los zu sein, den er sicherheitshalber nur noch nachts tragen muss oder wenn er länger ohne Aufsicht ist:

 
 

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