April 2026 – Die erste Andros-Reise 2026

 

Anfang April reisten Sabine und Hermann, Maries Eltern, wieder einmal nach Andros. Diesmal wurden sie von Maries Bruder und seiner Familie begleitet, die unsere „Katzeninsel“ auch in Augenschein nehmen wollten.

Reisen auf die Insel sind oft ein kleines Abenteuer, und auch in diesem Frühjahr sollte es nicht anders sein.

Wie immer war geplant, nach dem Flug am Vormittag eine der Nachmittagsfähren zu nehmen. Doch am Tag vor dem Abflug kam die Meldung, dass alle Fähren wegen des schlechten Wetters im Hafen bleiben müssen.

Im Gegensatz zu vorherigen Reisen war der Flug sogar pünktlich, so dass die Fähre entspannt hätte erreicht werden können – schade!

 

Doch man erinnerte sich an den Tipp der Mitreisenden des vergangenen Jahres und es wurde ein Hotel mit ausgezeichnetem Frühstücksbuffet in Hafennähe gebucht; den legendären Lemon-Cake gibt es immer noch…

 

Den Abend und auch den nächsten Vormittag verbrachten die Reisenden in Rafina, bummelten durch den Ort, betrachteten die im Hafen auf besseres Wetter wartenden Schiffe und blickten der morgens zwar ablegenden, aber für Fahrzeuge noch gesperrten Fähre sehnsüchtig hinterher, denn sie wären doch schon gern auf Andros gewesen.

 

Doch dann war es so weit! Die „Andros Queen“ lag bereit, …

 

… und Sabine und Hermann konnten in der Warteschlange wieder einmal die zentimetergenaue Rangierkunst der LKW-Fahrer bewundern, die die Inseln der Ägais mit allen notwendigen Gütern versorgen.

 

All das blieb auch im fernen Deutschland nicht unbeobachtet, der Webcam am Hafen sei Dank.

 

Die Stürme der vergangenen Tage hatten sich zwar gelegt, doch so richtig gemütlich war die Überfahrt dann doch nicht.

 

In Gavrio wurden die Reisenden von den Daheimgebliebenen schon erwartet, der Webcam am Hafen sei Dank.

 

Dann einmal quer über die Insel fahren, und man fand sich im altbekannten Quartier mit der im Hof jetzt leider noch nicht üppig blühenden Bougainvillea wieder.

 

1. Inseltag

Am nächsten Morgen führte der Weg gleich zu den Futterplätzen. Zuerst zur Futterstelle 1, mit der im April 2017 alles begann. Sehr windig war es und nasskalt; nur wenige Katzen ließen sich blicken. Vielleicht lag es auch daran, dass vor dem bevorstehenden Osterfest im Ort noch tüchtig aufgeräumt werden musste? Der Lärm einiger Maschinen hatte manche Katze offenbar verschreckt.

Trockenfutter war reichlich vorhanden. Natürlich gab es Nassfutter dazu. Schließlich war bei Lidl in Rafina ordentlich eingekauft worden.

 

Unsere getigerte Merle ließ sich blicken, und ein von Einheimischen selbst über das Gemeindeprogramm kastrierter Kater war ihr Tischgenosse.

 

Um diese Jahreszeit macht Andros ihrem Namen als eine der wasserreichsten Inseln alle Ehre, und die Natur legt nach dem langen Winter nun langsam ihr Frühlingskleid an.

 

An Futterstelle 2 ließ sich keine Fellnase heranlocken, denn das Wetter war nicht katzenfreundlich. Auch die Menschen mussten bald Schutz vor einem kräftigen Regenschauer suchen.

Aber wie sich später herausstellte, werden die Katzen von einem Ehepaar, das in der Nähe wohnt, mit Futter versorgt.

 

Auch an Futterstelle 3 erschien zunächst keine Katze. Aber dann tauchte sie auf: Miss Meier! Im Gefolge erschien auch noch Vina.

 

Schön zu sehen, dass der von unserem Freund S. vor etlichen Monaten aus den Resten des dort ehemals befindlichen Müllplatzes gebaute Schutz für Futter und Wasser immer noch seine Dienste verrichtet!

 

Seit einiger Zeit werden Miss Meier und drei andere wohlgenährte Katzen vom Pächter des neben der Futterstelle befindlichen Supermarkts und seinem Sohn gefüttert. Auf deren Grundstück sind sie besser geschützt als direkt an der viel befahrenen Straße. Das ist gut. Auch der Blick von hochgestapelten Paletten aus scheint ihnen zu gefallen.

 

Aber es blieb zunächst noch pitschnass – von oben und von unten. Wenn die Schuhe nicht auch vom Wasser durchweicht waren, konnte dem Wolkenspiel durchaus etwas abgewonnen werden.

 

Eigentlich waren die Vorbereitungen für das bevorstehende Osterfest in vollem Gange; allein der Regen hielt Besucher und Inselbewohner davon ab, auf die Straße zu gehen.

 

2. Inseltag

Das Wetter spielte mit, auch wenn aus den Bergen das Wasser noch munter durch den Ort floss.

 

An der Futterstelle 1 ließen es sich Tigerkatze Merle, Graufellchen Lars-Ole, Rotpelz Günni und der weiß-graue Kalinero schmecken. Ein Bekannter unserer Freundin A. hatte bereits gefüttert, aber das mitgebrachte Dosenfutter schmeckt natürlich trotzdem!

 

Nachmittags waren Hermann und Sabine bei S. eingeladen; unsere Freundin A. und Maries Bruder mit Frau und Kindern kamen später dazu. Es gab viel zu besprechen – bei griechischem Kaffee und gelierten Kumquats, die S. aus seinem Garten erntet. Von dort aus bietet sich dem Besucher außerdem ein schöner Blick.

 

Es wurde auch verabredet, dass am nächsten Morgen zwei kränkliche Katzen von S. zur Tierärztin gebracht werden.

3. Inseltag

Zunächst wurde wie stets die Futterstelle 1 versorgt, an der Merle und Kalinero schon warteten.

 

Wie verabredet fuhren Sabine und Hermann zu S., wo sich Hektor und Marios blicken ließen.

 

Doch sie waren nicht die Objekte der Begierde, sondern Koko und Marie. Sie ließen sich problemlos in eine Box setzen. So zutraulich waren sie und im Umgang miteinander auch sehr sanft!

 

Auf dem Weg zur Tierärztin bieten sich viele Gelegenheiten, die schroffe Schönheit dieser reizvollen Insel zu bewundern.

 

So ruhig die beiden Patienten auch gewesen waren – bei der Untersuchung und Behandlung mussten sie in dicke Handtücher gewickelt werden. Gutes Zureden half nicht.

 

A. brachte ebenfalls 2 Katzen zur Behandlung – eine gute Gelegenheit, sich danach in einem schönen alten Café weiter zu unterhalten.

 

Nachmittags wollten Sabine und Hermann eine besondere Wanderung mit Maries Bruder, seiner Frau und den beiden Kindern unternehmen: die Wanderung, die Marie im April 2017 geplant hatte und zu der es nie gekommen war, weil der Weg gleich zu Beginn an den Müllcontainern der später so genannten Futterstelle 1 vorbeiführte.

Marie sah diese vielen kranken Katzen, und der Wunsch, ihnen zu helfen, war stärker als der Wunsch, zu wandern. Mit diesem Beitrag in einem Internetforum begann am 22. April 2017 alles:

„Hallo,

ich bin im Urlaub auf einer Insel vor Athen und es laufen mir bei jedem Schritt kranke streunende Katzen vor die Füße – jämmerliche Teile, mager, mit Flöhen und Durchfall im halblangen Fell. Ich möchte gerne helfen, aber hier vor Ort gibt es keinen Katzenschutz, zumindest nicht im Internet zu finden.

Frage: Gibt es eine gute Tierschutzorga in erreichbarer Nähe, z.B. in Athen, die mir einige dieser Katzen gegen eine Spende meinerseits abnimmt, medizinisch versorgt und vermittelt?

Ich würde auch anbieten, dass ich diese Katzen, wenn sie ausreisefähig sind, auf einer Pflegestelle bei mir unterbringe und von Berlin aus vermittle. Aber dazu müssen sie ausreisefertig gemacht werden und das kann ich hier vor Ort nicht leisten. Ich bleibe nur eine gute Woche.

Tipps, Ideen? Ich habe auch kaum Internet, schlechte Verbindung, wäre deshalb über konkrete Vorschläge sehr dankbar.

Ihr dürft mir auch den Kopf waschen und sagen, dass so sporadischer Tierschutz nicht viel bringt. Aber für jede Katze, die gerettet wird… Ihr kennt den Spruch.

Ich hab nicht damit gerechnet, hier auf solche Elendsgestalten zu treffen. Bei meinen letzten beiden Urlauben in ähnlichen Gefilden gab es nur gepflegte Hauskatzen. Solche runtergekommenen, fertigen Tiere habe ich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen. Dabei brauchen die nur einen Rundumschlag gegen die Parasiten, eine Kastration und massenweise Futter, dann sind sie fit und startklar für ein gutes Leben… Sie sind sogar zahm.

Meldet euch, wenn ihr was wisst!“

Dort am Müllplatz wurde auch die zauberhafte Star entdeckt, die wenige Monate später eine der ersten Reisekatzen werden sollte.

An diesem Nachmittag holte die Familie jene Wanderung im Gedenken an Marie nach.

 

Auf dem Rückweg wurde noch einmal an Futterstelle 1 nach dem Rechten geschaut und Dosenfutter nachgelegt.

 

4. Inseltag

Aus privaten organisatorischen Gründen müssen sich die Reisenden schon morgen auf den Heimweg begeben. Die Zeit auf Andros war viel zu kurz. Das Gefühl, das Marie kannte, und das alle kennen, die für Cats at Andros auf die Insel kamen, schlich sich schon ein: Man müsste länger hierbleiben können, um noch mehr zu tun, auch wenn natürlich unsere griechischen Freunde ständig vor Ort sind.

Maries Eltern fuhren noch einmal zu S., um die Abholung der ersten Reisekatze zu besprechen. Auch von A. nahmen sie bereits heute schon Abschied.

Mittelmeer und Himmel waren so blau, und die Fauna des Mittelmeers setzte dazu herrliche Kontraste. Und nun schon abreisen…

 

5. Inseltag

Am nächsten Morgen warteten die Katzen schon auf ihr Frühstück. Sie verschmähten auch nicht das Futter vom kleinen Supermarkt in der Nähe, denn die Lidl-Dosen waren aufgebraucht. Es wurde noch einmal ordentlich aufgetischt.

Merle war wie immer präsent.

 

Ein zutraulicher Neuzugang an der Futterstelle ließ es sich ebenfalls schmecken.

 

Miss Meier eilte am Supermarkt herbei.

 

Doch dann war es soweit; die Reisenden verließen den Ort und holten Reisekatze Liane bei S. ab, und auch ein paar Zitronen und Kumquats aus seinem Garten gab S. mit auf den Weg.

 

Mittags waren Maries Eltern auf der Westseite der Insel mit unseren Freundinnen H. und I. verabredet, denn von dort würde Aris mitreisen, dessen Katerkumpel Deimos knapp drei Wochen zuvor auf eine Pflegestelle in Deutschland kam.

Bei H. und I. war griechische Gastfreundschaft auch wieder spürbar. So blieb bei Kaffee und Gebäck Zeit genug, miteinander zu sprechen, bevor Aris in seine Transportbox gesetzt wurde.

Auch wenn unsere beiden Freundinnen wissen, dass ihre Katzen bei uns bestmöglich versorgt werden, ist es für sie immer ein sehr emotionaler Moment, ihre Schützlinge ziehen zu lassen.

 

Schließlich reihten sich die Reisenden erneut in die Warteschlange vor der Fähre ein.

 

Ein paar Hafenkatzen lassen sich auch blicken, denn es gibt immer Inselbewohner oder Touristen, die etwas Futter dabei haben.

 

Die Überfahrt auf das Festland wurde so gewählt, dass unsere Athener Freundin A. bequem nach Feierabend die Reisekatzen in Rafina in Empfang nehmen und bis zum Abflug bei sich unterbringen konnte.

Ein Tag in Athen

Bedingt durch den Fährenkalender und den Flugplan stand Maries Eltern ein ganzer Tag in Athen zur Verfügung, den sie für einen ausgiebigen Bummel und einige Sehenswürdigkeiten nutzen wollten, begleitet von unserer Freundin A., die einige Tipps und viel Wissenswertes für die Reisenden bereithielt.

 

Auf dem Weg zur Akropolis sah die Gruppe einige Katzen, die sich offensichtlich auf Touristen eingestellt hatten und auf diese Weise satt zu werden schienen. So konnten Tauben in Reichweite gelassen ignoriert werden.

 

Rückflug

Am Flughafen trafen sich Sabine und Hermann mit A., die die beiden Reisekatzen mitbrachte. Pünktlich wie immer. Bestens vorbereitet wie immer. Und wortgewandt wie immer, wenn sich am Schalter plötzlich Hindernisse auftun, weil das Flughafenpersonal die Regeln kreativ auslegt oder schlicht nicht kennt.

Diesmal jedoch verlief alles problemlos. Dennoch ist es ein gutes Gefühl, jemand bei sich zu wissen, die schon so oft hilfreich zur Seite stand!

 

Nach einem pünktlichen Flug wurden Liane und Aris von Jörg in Empfang genommen, um bald darauf endlich auf ihren jeweiligen Pflegestellen die Transportbox verlassen zu können.

 
 

Auch diese Reise zeigte wieder einmal deutlich, was unsere Griechen vor Ort auf Andros leisten – jede und jeder, so gut sie können!

Und das unverdrossen und jeden Tag mit frischem Mut. Es finden sich immer wieder neue Katzen an Futterstellen ein. Ohne Futterspenden ginge es in dem Umfang nicht, ohne Übernahme der Tierarztkosten auch nicht.

Dafür möchten wir allen, die uns und die Androskatzen unterstützen, ein herzliches Dankeschön sagen!

 

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